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Strafgefangener 382 | Entstehungsgeschichte

Entstehungsgeschichte des Dokumentarfilms Strafgefangener 382

Das Wesen des DDR-Strafvollzugs für politische Häftlinge bestand darin, dass ihnen der Status „Politischer" verweigert wurde. Obwohl die DDR-Justiz sie als gewöhnliche Kriminelle abstempelte, verweigerte die DDR-Staatsführung diesen Personen rechtlichen Beistand im Sinne eines demokratischen Rechtsstaates. Um der Unmenschlichkeit noch eines drauf zu setzen, wurden diese Personen einfach weggesperrt. Anghörige wurden nicht benachrichtigt und erhielten auf Anfragen keine Auskunft. Der Sozialismus hat diese Personen einfach von der Bildfläche verschwinden lassen.

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Diese Menschen erlitten die Realität des sozialistischen Strafvollzugs ::: ISOLATIONSHAFT.

Ohne jeglichen sozialen Kontakt zur Aussenwelt, zu Angehörigen bzw. zu einem Anwalt ihres Vertrauens wurden diese Personen einer 24 stündigen Dauerfolter über einen Zeitraum von oft mehreren Monaten ausgesetzt.

Dieser soziale Aspekt des völligen Verschwindens von Personen über Nacht sollte im Film thematisiert werden. Wie gingen die Angehörigen von Hossein Yazdi mit diesem Aspekt totalitärer Staatsführung und dem Verlust des geliebten Sohnes, Mannes, Liebhabers, Vaters und Freund um?

Bedauerlicherweise konnte diese Fragestellung nicht umgesetzt werden, da die Angehörigen noch Jahre später unter den Ereignissen litten, so dass sie nicht bereit waren, sich den Fragen des Filmteams zu stellen.

Das Thema des Films musste überdacht werden. Es entstand der Gedanke der Schilderung des Alltags im sozialistischen Strafvollzug, der Überlebensstrategien und der Zeit danach. Mit der Umsetzung des Themas waren wir Ende 2003 fertig.

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